Musik beim Sex
#1
Geschrieben 21 Oktober 2006 - 06:57
Was mich immer gestört hat bei pornofilmen war die hintergrundmusik.
Weil sie einfach bescheuert ist.Und gar nicht in das sexgeschehen und die Darstellung hineinpasst.
Würde man versuchen klassische Musik beispielsweise (Vivaldi ,vier jahreszeiten) mit dem Liebesakt auf einen Nenner zu bringen wäre das auch eine schöne Sache. Ich selbst habe es noch nicht versucht.
Man könnte das irgendwie assoziieren aber nicht jedoch so als ob das Paar genau die Bewegungen beim sex insziniert welche genau der musik entsprechen. Das wäre übertrieben. Es soll ja kein Bühnenstück werden mit einer Uraufführung.
Es ist schwer zu beschreiben.
Die klassische Musik als Begleitung beim sex.
Wie seht Ihr das?
MfG
Frank
#2
Geschrieben 22 Oktober 2006 - 07:21
Ich weiß, dass es eigentlich den Gegenteiligen Effekt haben müsste und angeblich gut fürs logische Denken und Intelligenz ist, vorallem im Babybauch. Und dennoch, ich kann damit nichts anfangen, erst recht nicht beim Sex.
#3
Geschrieben 22 Oktober 2006 - 07:32
Aber auch keinen Kuschelrock oder so
Am besten ist immernoch garkeine Musik oder sonst ganz normales Radio, wenn man keine Lust hatte das vorher abzustellen
Ich finde immer extra irgendeine bestimmte Musik anzumachen wirkt gestellt, und das mag ich garnicht
#7
Geschrieben 23 Oktober 2006 - 05:18
Aber Opeth und Katatonia sind meine Favoriten
so dann, frohes "schaffen"
nebel kaum ein tal verschonten,
und überall noch märchen wohnten.
als der gräser grün für golden galt,
gaben träume der wahrheit wohlgestalt.
[dornenreich - reime faucht der märchensarg]
#9
Geschrieben 23 Oktober 2006 - 07:16
Bei Stockhausen oder so (dürfte auch noch Klassik sein) oder Bela Bartock (der hat diese Etüden = Fingerübungen geschrieben) würd vermutlich fast jeder entnervt rausrennen
Aber es gibt ja auch noch die verschiedensten Dinge von Klavierkonzerte aller Art über Streichquartett bis Orchesterwerke aller Art sowie Werke mit Choralgesängen oder Solistengeträller
Abgesehen davon, dass meine Freundin auch schon bei ruhigeren Sachen die Flucht ergreift (es lenkt sie ab wie sie meint), möcht ich nicht wissen was abging, würde Iron Maiden, Rush, Dream Theater oder sonstwas laufen
Und bei Radio werd ich ja schon so aggressiv, egal wo und wann es läuft. Reine Infosendungen ala "HR2 - Der Tag", "Das Forum" auf SWR2 oder mal Klassik so sie mir gefällt hör ja auch ich mal. Aber das ganze Komerzgedudel und - noch schlimmer - das Dummgelaber der Moderatoren bringt mich nach wenigen Minuten in Mörderlaune...
Tried a little bit of everything
But it's all sex without love
I found the real thing is poundcake
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#10
Geschrieben 23 Oktober 2006 - 10:19
Und wie war das? "Immer wenn ich Wagner höre, überkommt mich der Drang Polen überfallen zu müssen..."
Super!! Wo kommt das denn her? Kann ich aber absolut nachempfinden!!
Ich find Musik schon ganz nett, nicht immer und schon mal gar nicht immer die selbe. Aber je nach Laune entweder was Kuscheliges (zB Evanescence oder Cafe´del mar) oder auch gerne mal was Rockiges (Rage against the Machine, Metallica). Radio find ich auch wegen der Rumlaberei lästig und spätestens bei der Werbung und den Nachrichten vergeht einem der Spaß..
Bei Filmen fänd ich´s nett, wenn als Feature angeboten würde, zwischen unterschiedlicher Musik zu wählen. Habe aber keine Ahnung, wie aufwendig das ist..
LG, Paulinchen
Wer an die Freiheit des menschlichen Willens glaubt, hat nie geliebt und nie gehaßt.
Marie von Ebner-Eschenbach
#11
Geschrieben 24 Oktober 2006 - 09:17
Ein Lied mag ich aber sehr gerne beim Kuscheln und Sex (nur ist es auf Französisch und ich erwähne es lieber nicht in gegenwart meines jetztigen Partners): Carla Bruni, es beginnt mit "Quand tu es prés de moi".... ich liebe es.
Von einer Freundin weis ich dass sie und ihr Partner sich bei Coldplay "Scientist" nahe kamen.....
#12
Geschrieben 24 Oktober 2006 - 11:58
ein interessantes Thema. Also bei Stockhausen ginge bei mir auch nichts. Gleiches gilt für Heino und die Randfichten *lach*
Ne, mal im Ernst, ich denke die Musik sollte zur Stimmung passen, dann ist doch alles prima.
Was das Hintergrund-Gedudel bei X-Movies anbelangt: Könnt ihr euch im Ernst vorstellen, das durch Vivaldi zu ersetzen?
Lieben Gruß,
Markus
#13
Geschrieben 24 Oktober 2006 - 03:20
Bin ich zu anspruchsvoll?
Gar keine Musik ist bei uns sowieso der fall.
War ja nur eine Vorstellung.
Ich weiss aber auch ehrlich nicht was aggressive Musik beim Sex zu suchen hat.
MnG
Frank
Anspruchsvoll? Nö. Du hast nur einen anderen Geschmack.
Es gibt - gerade bei Hard Rock und Metal viele Abstufungen. Und so einige Stücke sind "nette Taktgeber".
#15
Geschrieben 26 Oktober 2006 - 05:56
Als Kuschelmusik fand ich Sam Cooke ganz nett. Da kann ich auch die ganze CD durchlaufen lassen ohne dass mir alles zusammenfällt
Es gibt zwar viele Songs, die ich -Stimmungsabhängig- für geeignet halte, aber meistens sind dann irgendwelche Langeweile-abtörn-Tracks mit auf der CD. Und zwischendrin möchte ich nicht wechseln.
Die Sultans of Swing von den Dire Straits halte ich noch für ein Popptaugliches Meisterwerk.
Wenns etwas härter sein soll, würde ich u.U. etwas von Apocalyptica wählen. Für nen kräftigen Quickie vielleicht Orgasmatron von Motörhead....
Scorpions - die etwas softeren Balladen - ebenfalls ganz nett und Dauertauglich.... oder Gianna Nanini, wenns etwas südländisch-leidenschaftlich sein soll. In diesem Zuge möchte ich Michel Sardou nicht unerwähnt lassen. Der driftet zwar gelegentlich etwas ins Schlagerlager ab, aber französisch ist immer noch die Top Sprache in Sachen erotik.....
#16
Geschrieben 03 Januar 2007 - 11:56
Also Musik direkt beim Sex hatte ich bisher relativ selten, aber zum Vorspiel ist es meistens immer schön und lässt alle Sinne dahin schweifen
Und zum Vorspiel eignet sich da eher ruhigere Musik wie Morcheeba, Dido oder so nen Kram, aber wenn es dann "wilder" wird zwischen den Partnern darf es gerne mal ein wenig härter sein
Aber direkt beim Sex würde mich die Musik einerseits irritieren, zumindest wenn ich grad komm und das Lied ist grad an seinem Tiefpunkt.
Anderseits bringt es einen wieder in Extase wenn man Musik im Hintergrund laufen hat und der Partner sich gerade mit einem beschäftigt. Ist gerade zu dem Zeitpunkt der Höhepunkt des Liedes (haha Zweideutig!) erreicht kann man sich wunderbar "gehen lassen und genussvoll kommen"
#17
Geschrieben 03 Januar 2007 - 02:38
Es kann natürlich mal sein, dass meine Frau und ich übereinander herfallen, während das Radio läuft. Aber das nehmen wir dann irgendwie nicht richtig wahr....
Ich habe es einmal erlebt, dass eine frühere Affäre eine italienische Oper hat laufen lassen. Das war - in meinen klaren Momenten - schon etwas strange, obwohl ich eigentlich klassische Musik liebe. Aber, um ehrlich zu sein: in der Situation gab es Wichtigeres, auf das ich mich konzentriert habe.....
#18
Geschrieben 03 Januar 2007 - 11:01
Und was Klassik zu xxx Filmen betrifft, müsste ich das glatt mal einen Film mit Klassik synchronisieren, wäre bestimmt sehr Lustig.
#19
Geschrieben 04 Januar 2007 - 11:03
hej, mein thema.
*lol*
Es gibt ja nicht nur Klassik sondern auch Klassik
Bei Stockhausen oder so (dürfte auch noch Klassik sein) (...) würd vermutlich fast jeder entnervt rausrennen
also, für uns ist stimmung von stockhausen ein hocherotisches werk!!! es gibt einmal eine ausgabe von ihm selber (paris 1969 and 1982), und eine neue aufnahme, erschienen bei hyperion. wir kennen bislang nur die erstere ausgabe, die andere habe ich erst bei recherchen für dieses posting gefunden. wurde sofort bestellt.
um es zu beschreiben - es hat viel obertongesang (lieben wir ohnehin, wenn es nicht ins völlig esotherische abdrifted) und erotische texte von stockhausen selber, plus eine zutat, die uns sehr wichtig ist: humor. _definitiv_ eine empfehlung!!!
desweiteren _der_ klassiker schlechthin ist natürlich carlos peron mit seinem la salle blance ... ursprünglich wollte er einfach nur zu einem unbedeutenden sm-porno mit, wie er sagte, mega-schlechter musik einen neuen soundtrack machen. die cd (1994) wurde lt. legende zunächst nur in sex-shops verkauft - nun, ich habe sie in der kleinstadt in der ich mich zu dem zeitpunkt aufhielt im plattenladen erstehen können. etwa 40 minuten hocherotische trance-musik, mit viel bass und stimmungsaufbau. lt einer weiteren legende wird das stück gerne von dominas eingesetzt. das stück ist gerade in einer neuausgabe wieder ehältlich.
leider vergriffen sind die cds aus der sex-trilogie vom hafler trio. die idee entstand als andrew mckenzie annie sprinkle sah. während ihrem göttinen-masturbations-ritual spielte sie dermaßen kitschige new-age musik, die gar nichts mit sex zu tun hatte, daß er dem etwas entgegen setzen mußte. das konzept: es werden original-klänge verwendet, dazu klänge, die mit sex irgendwie in beziehung stehen. auf der ersten (weiblichen) cd masturbatorium sind das zb masturbationsklänge von annie sprinkle, auf der zweiten (männlichen) cd fuck sind es glaub ich eigene aufnahmen. konkret die geräusche der masturbation selber, athemgeräusche, stöhnen, ... die dritte cd ist leider immer noch nicht erschienen. dazu werden aufnahmen verwendet wie ekg während der masturbation, klänge von sternen, auf tonband aufgenommene "stimmen aus dem jenseits" etc. also ein sehr sprititueller bezug zum thema sex (kosmisch, verbindung zu den ahnen etc), _extrem_ trancig, keine musik, ich nenne es eher poesie in klang, kurz: klangkunst. viele sounds sind mehrfach prozessiert worden, nach sex-magischen gesichtspunkten.
mckenzie ist leider sehr krank und kann hilfe gut brauchen. leider hat er nichts davon, wenn gebrauchte cds gekauft werden, eine separate spende wäre also nett.
ein kleines erotisches highlight des vergangenen jahres war für mich diese ep: k. d. expression: pleasures. das cover ist schonmal atemberaubend schön und voller zärtlichkeit, ich finde allein das schon hocherotisch. der photograph ist Eugeny Kozhevnikov , aus russland und er sucht kontakte in den westen, da er in russland nicht veröffentlichen kann. eines der größten talente, die ich je gesehen habe. für mich nur noch vergleichbar mit jan saudek, bzw hier ist seine homepage direkt. es gibt gerade ein phantastisches neues buch von ihm, aber das ist ein neues thema.
das erste stück ist besonders phantastisch, leidenschaft pur. sehr clevere beats und immer wieder spannungsreiche breaks und dazu sex-samples. das stück hat nur einen entscheidenden nachteil: es ist _viel_zu_kurz_.
die ep steht unter einer creative commons licence, herunterladen und weitergeben ist bei namensnennung nichtkommerziell erlaubt.
ansonsten ... als wichtigen gesichtspunkt sehe ich die trance-qualitäten an. die musik sollte sich langsam aufbauen und im besten sinne von ambient (vgl. brian eno)
aber letztens hat es uns auch bei mari boines neuer toller cd Idjagiedas - In The Hand Of The Night erwischt. hat halt auch durchaus mit trance zu tun.
so long & let the music play while having sex,
tishaho
ps
anne clark ist sehr wohl noch aktiv, wir haben sie zuletzt 2005 beim wave gotik treffen in leipzig erleben dürfen mit ihrem aktuellen acoustic-trio, und das hat _nichts_ zu tun mit allem was sie musikalisch vorher gemacht hat. ihre klassiker 100% neu arrangiert, mit viel jazzanteil und dermaßen auf den punkt gespielt (und improvisiert) - das hatte so viel druck und dynamik, daß ich beim applaus dachte, es hebt das dach vom schauspielhaus. anne clark war immer schon bemerkenswert - acoustically ist sie jetzt absolut herausragend. dokumentiert auf der viel zu kurzen cd from the heart - live in bratislava. für mich endgültige versionen ihrer stücke. die frau läuft gerade zu echter hochform auf, so begeistert war ich noch nie von ihr.
pps
versuch mal die filme von andrew blake und michael ninn - da stimmt auch die musik. beide lassen die musik soweit ich weiß für den jeweiligen film erstellen, michael ninn arbeitete auch als videoregisseur im musikbusiness.
ppps
gaaanz wichtig, da habe ich doch glatt essentielle mucke vergessen: coil!!!
coil waren eine der wegweisenden industrial bands, die viel magie und sex-magie als thema verwendeten, in ihrem fall natürlich aus einem schwulen blickwinkel. so habe ich sie in leipzig beim wgt vor einigen jahren live gesehen, im anschluß an das konzert kamen zwei nackte adonisse auf die bühne (das waren die jungs von black sun productions, die damals noch als callboys und sexuelle künstler arbeiteten. heute sind sie hauptberuflich künstler, radikal und interessant. es hält sich hartnäckig das gerücht, daß während dem konzert 2002 in der halle ein paar sex gehabt haben soll, zumindest will ein bekannter das gesehen haben.
coils musik ist oft sexuell inspiriert gewesen, bereits die erste veröffentlichung how to destroy angels sollte die männliche sexualität fokussieren und verstärken. time machines behandelt zwar eher zustände, die durch einnahme von pilzen verursacht werden (jedes stück ist nach einem psychoaktiven wirkstoff benannt und soll eine ähnliche wirkung hervorrufen), jedoch würde ich es auch hervorragend geeignet für sex bezeichnen, auch wenn ich es noch nicht ausprobiert habe. dafür habe ich mit dieser cd schonmal erfolgreich kopfschmerzen behandelt.
ach ja, coil waren glühende verehrer von stockhausen, wodurch sich der kreis schließt.
that's it now. happy listening & floating & elevating.

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