Hm... also wir beide sind schon ganz zufrieden

Ich möchte niemand zu nahe treten, mein Eindruck ist allerdings, dass bei einigen auch die Ansprüche zu hoch sind. So kann im Grunde fast jede/r, wo nicht total unzufrieden ist auch die Möglichkeit "Hmm ja es ist schon gut, aber perfekt ist es nicht..." wählen. Denn: was ist schon "perfekt"?!?

Schließlich kommen in einer Partnerschaft zwei Leute zusammen, die mit Sicherheit eben nicht in allen Belangen ähnliche bis gleiche Vorstellungen, Bedürfnisse, etc. haben. Entsprechend ist es Glück wenn Paar im Bett die gleichen bzw. ähnliche Interessen hat (auch was Frequenz etc. betrifft) und Paar muss sich arrangieren. So gesehen ist Beziehung immer Arbeit (oder wie es ein Therapeut mal so schön sagte: "Das Schwierigste im Leben sind Beziehungen!"), und in einigen Dingen ist Paar näher beieinander, bei anderen eben weniger. Und auch wenn Sex eine sicherlich nicht kleine Rolle spielt, Sex ist - zumindest aus meiner Erfahrung - nicht das Wichtigste in einer Beziehung/Partnerschaft.
Klasse find ich hier z.B. was lal geschrieben hat: auch wenn es im Bett vielleicht nicht 100% nach seinen Vorstellungen läuft, kann er mit leben, weil es sich offensichtlich bei anderen Sachen wieder ausgleicht

Wenn die Interessen allerdings total auseinander gehen und es auch (zu) wenig gibt, was das ausgleicht, wird's natürlich auf die Dauer schwierig. Entweder klemmt's dann sonstwo in der Beziehung, oder der/die andere ist evtl. doch nicht der/die Richtige...
Nicht zu vergessen find ich auch, dass auch Beziehungen Höhen und Tiefen haben - im Leben gibt es ständig Veränderungen. Und wenn ich ein Ziel erreicht habe, mag ich ja weitere Ziele erreichen - kaum etwas ist also im Stillstand bzw. besser gesagt bleibt beim Status quo. Und wenn es denn mal Tiefen gibt, oder der/die eine mag schneller vom status quo zum nächsten Ziel - ist es imho auch eine Kunst, das Leben zu zweit weiter zu meistern

Vielleicht geben manche an solchen Stellen auch zu schnell auf?
Und was ich mir auch vorstellen kann: einige Partnerschaften rosten mit der Zeit zu sehr ein, bestehen zu sehr aus Alltag. Und da schwindet dann auch die gemeinsame Kommunikation - der Austausch von Wünschen, Vorstellungen und Zielen. Hier ist halt die Kunst, öfters mal wieder neu aufeinander zu zu gehen, neuen Pep reinzubringen. Und was es aus meiner Erfahrung da vor allem braucht: Zeit. Zeit erstmal alleine, um für sich Neues formulieren zu können und dann Zeit zu zweit, um sich in Ruhe auszutauschen. Wobei das sicherlich nicht unter der Prämisse "Du, Schatz, wir müssen mal miteinander reden..." funktioniert
Zum Schluss noch eine schlechte Nachricht für alle "Langzeit"gestressten: Für Stress braucht der Körper und die Seele Ausgleich, um wieder ins Gleichgewicht zu finden. Hält der Stress länger an, reicht irgendwann kein Wochenende oder ein einwöchiger Urlaub mehr, da braucht's schon länger. Und eine der Folgen von Stress ist eben, dass nicht lebensnotwendige Körperfunktionen runtergefahren werden, ergo die Libido. Da hilft auf Dauer nur, den Lebensrhythmus zu ändern. Z.B. nicht mehr 10 Stunden und länger auf der Arbeit rumzuhocken, weil der Chef und evtl. das gesamte Management aus Psychopathen besteht (ich weiß, eine höchst provozierende und unbeliebte Aussage

).
Naja, das ist was mir spontan zu einfällt...
Daniel